Mai 10 2021

Abzocke per SMS und E-Mail

Eine SMS von der Bank, eine E-Mail von Proximus oder von bPost? Das dürfte auf den ersten Blick verwundern. Aber dahinter könnte Betrug stecken. Die Verbraucherschutzzentrale sagt Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Die Verbraucherschutzzentrale registriert in den letzten Monaten vermehrt Fälle von Betrug durch E-Mail und per SMS

Warum fallen Verbraucher immer wieder auf Betrug im Netz oder per SMS herein?

Die Verbraucherschutzzentrale und auch die Polizei machen immer wieder auf Betrug im Netz und per SMS aufmerksam. Die VSZ stellt aber zunehmen fest, dass die Betrüger immer raffinierter und professioneller ans Werk gehen. Dies lässt sich vor allen Dingen im Internet feststellen. Selbst wir als Experten stellen uns die Frage: „Ist diese Website jetzt echt oder handelt es sich um Betrug“.

Folgendes Beispiel:

Eine Verbraucherin erhält eine E-Mail von ihrem Telefonanbieter Proximus mit der Aufforderung, dass ihre Zahlungsmethode abgelehnt wurde und sie ihre Einstellungen für die Zahlung aktualisieren sollte.

Auf der E-Mail prangt in blau-violett-Tönen ein Bild mit dem typischen Proximus-Logo im unteren rechten Bildrand. Der Schrifttypus gleicht dem von Proximus und in der unteren Bildzeile sind Adresse, Mehrwertsteuernummer sowie Kontonummer sichtbar. Auf den ersten Blick würde kaum ein Verbraucher an der Echtheit der E-Mail zweifeln. 

Wer allerdings einen Blick auf die Adress-Zeile der Mail wirft, müsste schon stutzig werden. In unserem Fall heißt der Adressat: „Service client mailto: noreply@soft-waygroup.com“. 

Ein Hinweis zum Betrug ist aber auch, dass die Zahlung nicht nur verweigert wurde, sondern das Opfer aufgefordert wird, die Koordinaten für die Zahlung über den Link „MyProximus“ neu einzugeben. Und hier öffnet sich eine neue Seite, wo der Verbraucher dann seine Bankdaten eingeben soll. 

Hier ist es wichtig zu wissen, dass Banken, Ministerien, Telefonanbieter oder sonstige Behörden keine Bankdaten ohne Weiteres auf einer Internetseite abfragen.

Betrug durch SMS

Betrug durch SMS wird in der Fachsprache „Smishing“ genannt. Dieses Wort leitet sich von „Phishing“ ab, dem englischen Begriff für Passwort- und Datendiebstahl.

Folgendes Beispiel: 

Ein Mann erwartet das Resultat einer Blutprobe. Plötzlich erhält er eine Textnachricht, in der darauf hingewiesen wird, dass er gesundheitliche Probleme habe. Er müsse sich an eine bestimmte Telefonnummer (0900-Nummer) wenden. Der Mann ruft an und bleibt in einer Warteschleife hängen. Resultat: Telefonkosten in Höhe von 200 €.

In diesem Fall fordert der Text der Nachricht den Empfänger dazu auf, dringend wegen eines Notfalls oder einem anderen wichtigen Grund zurückzurufen. Oft sind die Nummern so getarnt, dass selbst für Experten die teure gebührenpflichtige Nummer nicht zu erkennen ist und das Opfer landet in einer Warteschleife, die viel Geld kostet.

Vorsicht vor Links in der SMS

Eine andere Methode ist, Links in der Mitteilung einzubauen. Diese soll der Empfänger dann anklicken, um weitere Informationen zu erhalten. Dabei kann es sich um Datenbetrug handeln, die Rückzahlung einer Summe, die angeblich irrtümlich zweimal gezahlt worden ist oder um den Download eines Schadprogramms, das Trojaner verschickt und so im Hintergrund teure Premium-SMS installiert, die hohe Kosten verursachen.

Der Vielfalt an Betrugsmaschen sind keine Grenzen gesetzt.

Wie kann der Verbraucher betrügerische SMS und E-Mails erkennen?

  • Gut zu wissen: Banken und Ministerien nehmen niemals mit dem Verbraucher Kontakt via SMS auf.
  • Adresszeile der E-Mail prüfen. Unbekannte Adresszeilen weisen auf Betrug hin.
  • Nicht auf Links in der Textnachricht oder in der E-Mail klicken.
  • Die entsprechende SMS niemals an seine Kontakte weiterleiten.
  • Niemals persönliche Daten weitergeben.
  • Sie können die gefälschte SMS oder E-Mail an verdacht@safeonweb.be weiterleiten.

Was tun, wenn Sie bereits Daten preisgegeben haben?

  • Bei Datenklau sofort Kontakt mit Ihrer Bank aufnehmen.
  • Wenn Sie Ihre Bankkartendetails angegeben haben, können Sie sich an Card Stop wenden (www.cardstop.be oder 070/344 344).
  • Anzeige bei der Polizei erstatten.

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