Oktober 31 2017

Galgenfrist für Glyphosat

11.03.2016. – Die Neuzulassung für das gefährliche Pflanzengift Glyphosat ist verschoben worden. Es wurde keine Mehrheit im Fachausschuss der EU-Kommission dafür erreicht. Dies zeichnete sich bereits am Montag ab, vor allem Frankreich, Schweden, Italien und die Niederlande hatten Bedenken geäußert.

 

Seit Monaten streiten sich die Wissenschaftler, Behörden und NGOs über das Gesundheitsrisiko von Glyphosat, das Bestandteil der meisten Unkrautvernichtungsmittel ist. Glyphosat ist ein Wirkstoff, der seit den 70er Jahren auf dem Markt ist und von dem jährlich 120.000 Tonnen weltweit versprüht werden. Benutzt wird hauptsächlich Roundup, produziert von dem Agrochemiekonzern Monsanto aus den USA, der auch in Antwerpen eine Niederlassung hat und hier vor allem für den europäischen Markt produziert.

Expertenstreit

Die WHO hat Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft, die zweithöchste Einstufung. Die EFSA (Europäische Lebensmittelbehörde) kommt zu ganz anderen Ergebnissen. In der Mehrzahl dienen aber nur Studien der Hersteller als Grundlage für ihre Aussagen und auch die Untersuchungsmethode ist eine andere gewesen.

In der Europäischen Union gilt eigentlich das Vorsorgeprinzip. Dies bedeutet, dass auf Grundlage präventiver Entscheidungen alle Risiken für die Umwelt und unsere Gesundheit verhindert werden müssen. Das Vorsorgeprinzip der EU wird völlig missachtet, denn es konnte noch nicht abschließend bewiesen werden, dass kein Risiko besteht. Die EU-Kommission hat hier nicht die Gesundheit der Verbraucher im Blick, sondern die Interessen der Agrarindustrie.

Eine neue Zulassung für Glyphosat darf es nur dann geben, wenn sich die wissenschaftlichen Hinweise auf ein Krebsrisiko als unbegründet erwiesen haben. Und genau das ist nicht der Fall. Die EU-Kommission hat den Mitgliedsstaaten sogar die Empfehlung ausgesprochen, für eine Verlängerung von 15 Jahren zu stimmen. Da ist klar: Im Falle von Glyphosat vertritt die EU-Kommission die Interessen der Agrochemie, beziehungsweise die Interessen von Monsanto, das diesen Wirkstoff entwickelt hat und damit jährlich einen Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar macht. 2010 wurden insgesamt 1 Million Tonnen von diesem Wirkstoff verkauft – Tendenz steigend.

Was können wir tun?

Die Vertagung der Entscheidung ist nur ein erster Erfolg für den Protest der Verbraucher. Der Verbraucher kann beispielsweise bei der Umweltorganisation Foodwatch einen Appell unterschreiben, um gegen die neue Zulassung von Glyphosat zu protestieren

https://www.foodwatch.org/de/informieren/glyphosat/e-mail-aktion/

Außerdem sollte jeder auf Unkrautvernichtungsmittel mit Glyphosat verzichten und bei Lebensmitteln biologisch produzierte Lebensmittel bevorzugen.

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