August 10 2021

Hochwasserkatastrophe: Welcher Vertrag für welche Form der Unterbringung?

Eine neue Unterkunft finden? Mit diesem Problem sind Hunderte von Flutopfern konfrontiert, deren Häuser unbewohnbar geworden sind. Die Verbraucherschutzzentrale sagt Ihnen, welche vertraglichen Möglichkeiten es gibt.

Derjenige, der kein Dach mehr über dem Kopf hat, ist froh, wenn er eine Wohnung findet oder jemanden, der sich bereit erklärt ihn aufzunehmen.

Das alles kann geregelt und auch schriftlich festgehalten werden. Für diese Regelungen bietet die Verbraucherschutzzentrale verschiedene Vertragsmodelle an.

Es gibt im Prinzip drei verschiedene Möglichkeiten: Entweder das Flutopfer findet eine neue Mietwohnung, eine Form der Notunterkunft oder aber Freunde oder Familie nehmen ihn unentgeltlich für eine bestimmte Zeit auf.

Möglichkeit 1: Mietvertrag für einen Hauptwohnsitz

Wenn es sich um eine Mietwohnung als Hauptwohnsitz handelt, gelten die üblichen Regelungen des allgemeinen Mietrechts (Dauer, Kündigungsfrist, Entschädigung, Mietgarantie, …).

Diese Lösung eignet sich gut für Mieter, deren Wohnung dauerhaft unbewohnbar ist.

Möglichkeit 2: Notunterkunft

Diese Möglichkeit kommt in Betracht, wenn ein „angemessener“ Grund vorliegt und es sich um einen begrenzten Zeitraum handelt. In diesem Fall kann ebenfalls eine sehr kurze Kündigungsfrist vereinbart werden. Dafür gibt es auch ein bestimmtes Vertragsmodell.

Diese Möglichkeit eignet sich für Eigentümer, die gezwungen sind, vorübergehend umzuziehen, während die eigene Wohnung renoviert und wieder instandgesetzt wird.

Möglichkeit 3: Unentgeltliche Unterbringung

Diese Art von Vereinbarung eignet sich, wenn das Flutopfer von einem Nachbarn, einem Freund oder einem Familienmitglied unentgeltlich aufgenommen wird, indem ihm z.B. ein Zimmer, eine Etage oder sogar das ganze Haus zur Verfügung gestellt wird, während der Eigentümer in Urlaub ist.

Für diese unentgeltliche Überlassung der Unterkunft gibt es ebenfalls einen Vertrag, der aus einem Kommodat besteht, auch Gebrauchsleihe genannt.

Für alle drei Möglichkeiten sind in der Verbraucherschutzzentrale verschiedene Modellverträge erhältlich.

War diese Information hilfreich ?