Februar 22 2018

„Ich habe Schulden! – Was nun?“

Schulden zu haben ist kein Makel, keine Krankheit, derer man sich schämen muss und für die es keine Heilung gibt. Entscheidend ist jedoch wie man damit umgeht. Die Schuldnerberatung der VSZ hilft Ihnen dabei.

Viele Schuldner resignieren vor einem Schuldenberg, der unüberwindbar erscheint, stecken den Kopf in den Sand und lassen den Dingen ihren Lauf.

Diese Vogel-Strauss-Politik ist jedoch keine Lösung und wird die Überschuldung nicht verschwinden lassen. Im Gegenteil: die Schulden wachsen durch Mahn- und Gerichtskosten, Zinsen und Gebühren immer weiter an und lassen die Lage so nur noch hoffnungsloser wirken.

Sich dem Überschuldungsproblem stellen

Es ist daher sehr von Bedeutung, sich erst einmal einige Fakten vor Augen zu führen und einige Tipps zu beherzigen, die helfen können, das Problem anzupacken und somit langfristig auch zu bereinigen:

Der erste und wichtigste Schritt hierbei ist die Erkenntnis und der Wille, sich seinen Schulden zu stellen und etwas an ihnen verändern zu wollen. Hierbei hilft nicht die Scham, dass man seine Überschuldung selbst verursacht hat, etwa durch einen nicht tragbaren Lebensstil, zu leichtfertige Kredite oder sonstige Fehler.

Auch Selbstmitleid ist keine Hilfe: wenn das Schicksal in Form von Krankheiten, Arbeitsplatzverlust oder Trennung noch so übel mitgespielt hat, sich in seinem Elend zu suhlen, hilft keinem weiter.

Stellen Sie sich Ihrem Überschuldungsproblem, packen Sie es an, arbeiten Sie daran und seien Sie stolz darauf!

Überschuldung kann jeden treffen

Man sollte sich auch vor Augen führen, dass man keineswegs als einziger überschuldet ist und man alleine mit diesem Problem dasteht. Schuldnerberatungsdienste haben seit Jahren immer mehr Akten und auch die Zahl der Überschuldeten, die den Weg einer gerichtlichen Schuldenregelung (Kollektive Schuldenregelung) mitmachen, nimmt ständig zu. Überschuldung ist keinesfalls ein seltenes Phänomen, das nur wenige Familien trifft. Sie durchzieht sämtliche Schichten der Gesellschaft. So sind genauso gut Arbeitslose und Invaliden betroffen, wie Angestellte und Arbeiter, Singlehaushalte und Familien, Kinderlose und Alleinerziehende.

Die Verlockungen der Medien werden immer größer, Firmen machen es den Verbrauchern mit immer neuen Kreditarten leichter an das Produkt zu kommen, das man sich möglicherweise gar nicht leisten kann. In diese Falle tappen viele. Es bringt jedoch gar nichts, sich deswegen zu verstecken, zu verstellen oder so zu agieren, als bestünde die Überschuldung nicht. Ein offener Umgang, auch nach außen, kann oft hilfreich sein und die Lage erleichtern.

Sie sind nicht alleine

Machen Sie sich bewusst, dass Sie mit Ihren Schulden nicht alleine dastehen. Gehen Sie offen damit um, verkriechen Sie sich wegen Ihrer finanziellen Probleme nicht! Wichtig ist es auch, Prioritäten zu setzen. Viele Überschuldete neigen dazu, eher eine Rate für einen Kredit zu bezahlen, als die Miete oder die Stromrechnung. Auch treten einige Gläubiger offensiver auf als andere, schicken Mahnschreiben, beauftragen Inkassobüros der Gerichtsvollzieher und üben somit einen nicht unerheblichen Druck auf ihre Schuldner auf. Oftmals knicken viele Betroffene unter dieser Belastung ein und bezahlen dann den Gläubiger, der am  bestimmtesten auftritt, machen Versprechungen, die nur schwer oder gar nicht einzuhalten sind und verschlimmern die Gesamtsituation so nur. Mit dieser Methode werden. Löcher gestopft, indem neue Löcher entstehen.

Die existierenden Schulden sind nun einmal da, sich mit ihnen zu beschäftigen, ist wichtig. Es bringt nur keinerlei Vorteil, neue Schulden zu machen, indem man z.B. seine Miete nicht bezahlt, nur damit man dem Gerichtsvollzieher, der ständig zu Hause vorbeikommt, die versprochene Summe bezahlen kann.

Erste Schritte

  • Keine neuen Schulden: Versuchen Sie, keine neuen Schulden zu machen. Die Grundbedürfnisse (Miete, Strom, Wasser, Nahrungsmittel,…) sollten immer Vorrang haben vor bereits bestehenden Verbindlichkeiten! Ein weit verbreiteter Irrglaube ist auch die Hoffnung, dass neue Kredite und Umschuldungen helfen. Auch wenn dies von Fall zu Fall unterschiedlich ist und manchmal eine Umschuldung die Situation effektiv verbessern kann, so sollte man generell jedoch vorsichtig sein. Manche Kreditinstitute und –vermittler locken ihre potentiellen Kunden mit dem Versprechen, Kredite sehr schnell auszuzahlen und auch dann noch zu gewähren, wenn bei anderen Banken bereits Zahlungsprobleme bestehen oder es bereits einen Eintrag bei der Belgischen Nationalbank gibt. Solchen dubiosen Anbietern sollte man konsequent aus dem Weg gehen, da die Zinsen, die diese verlangen, oft enorm hoch sind und unterm Strich, die Überschuldungssituation langfristig so nicht in den Griff zu bekommen ist.
  • Vorsicht mit Krediten: Seien Sie sehr vorsichtig beim Abschluss neuer Kredite, um alte Schulden zu begleichen. Oft zögern Sie das Unvermeidliche so nur heraus!  Manchmal ist es nicht möglich, die Schuldenproblematik alleine in den Griff zu bekommen. Oft alleine schon deshalb, weil man nicht genügend über seine Rechte und Pflichten weiß und somit der ganzen Angelegenheit ein wenig verloren gegenübersteht: Ist die geforderte Summe mit Zinsen, Kosten und Vertragstrafe gerechtfertigt? Darf das Inkassobüro auf der Arbeitsstelle vorstellig werden? Wird das Steueramt sich auf Ratenzahlungen einlassen? Kann ich Einspruch gegen eine Lohnabtretung einlegen? Ist diese Schuldforderung nicht längst verjährt? Dass der Laie auf diese Fragen keine Antwort geben kann, ist mehr als verständlich. Dass man sich jedoch in einem solchen Fall keine fachliche Unterstützung einholt, jedoch weniger.
  • Hilfe durch Schuldnerberatung: In jeder Gemeinde steht ein Schuldnerberatungsdienst zur Verfügung, der fachlich und kompetent Ratschläge geben kann oder (wenn gewünscht) die Verwaltung der Akte ganz übernimmt und z.B. in Verhandlungen mit den Gläubigern tritt, Schuldforderungen überprüft, usw.

Lassen Sie sich von Schuldnerberatungsdiensten helfen. Diese sind für Sie da und können Sie beraten!  Zum Abschluss noch eine Bemerkung: Viele Probleme, die sich oft über Jahre hinweg aufgebaut haben, lassen sich nicht in wenigen Tagen lösen. Seien Sie also geduldig und verlieren Sie nicht den Mut!

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