März 15 2021

Kartoffeln richtig lagern

Jeder Belgier verzehrt im Schnitt 85 kg Kartoffeln pro Jahr Für die richtige Lagerung und Zubereitung sind allerdings ein paar Regeln zu beachten. Die VSZ gibt ein paar wichtige Tipps.

Durch falsche Aufbewahrung und Zubereitung können sich in den Kartoffeln Giftstoffe bilden, das sogenannte Solanin. Hierbei handelt es sich um einen natürlichen Stoff, der sich vor allem in der Schale, den Keimen und in den Kartoffelaugen bildet. Man erkennt Solanin an den grünen Stellen an der Kartoffelschale. Werden Kartoffeln zu warm oder zu kalt gelagert oder sind zu viel Licht ausgesetzt, fördert dies die Bildung von Solanin.

Richtige Lagerung

Daher sollten Kartoffeln zwischen 4 und 12 Grad gelagert werden. Werden sie zu warm gelagert, beschleunigt dies die Bildung von Keimen. Werden sie hingegen bei unter 4 Grad gelagert, wandelt sich die in den Kartoffeln enthaltene Stärke in Zucker um und sie schmecken süß. Deshalb sollte man vorsichtig sein, wenn Kartoffeln im Kühlschrank gelagert werden.

Wichtig ist ebenfalls, dass die Kartoffeln genügend Luft bekommen. Deshalb sollten Kartoffeln im Plastikbeutel zu Hause aus der Hülle befreit werden. Zum Aufbewahren eignet sich am besten eine Holzkiste, die mit Papier ausgelegt wird und oben mit einem Tuch oder Papier abgedeckt wird, um sie vor Licht zu schützen.

Darüber hinaus sollte man Kartoffeln nicht in der Nähe von Äpfeln oder Birnen lagern. Diese verströmen nämlich beim Reifen Ethylen, welches dazu führt, dass die Kartoffeln schneller keimen. Sie verlieren dann an Aroma und schrumpeln schneller.

Ist Solanin gefährlich?

Laut Experten treten erste Vergiftungserscheinungen bei einer Dosis von 200 mg auf. Dies würde bedeuten, dass eine Person fast 3 kg ungeschälte Kartoffeln essen müsste, um diese Dosis zu erreichen. Dies ist allerdings höchst unwahrscheinlich. Sollte es dennoch zu Vergiftungserscheinungen kommen, äußern sich diese in der Regel durch Übelkeit und Erbrechen, in extremeren Fällen durch Herz-Kreislauf-Probleme und Atemnot.

Interessant zu wissen ist, dass neuere Kartoffelzüchtungen in der Regel einen geringeren Solanin-Wert aufweisen als ältere Kartoffelsorten.

Richtige Zubereitung

Grüne Kartoffeln sollte man direkt aussortieren. Weisen die Kartoffeln nur ein paar grüne Stellen auf, so sollten Sie diese großzügig entfernen. Da das Solanin beim Kochen ins Kochwasser übergeht, sollte man das Kochwasser nicht weiter verwenden, sondern wegschütten.

Wie erkenne ich behandelte Kartoffeln?

Damit Kartoffeln das ganze Jahr über angeboten werden können, dürfen Sie nach der Ernte mit einem Keim- oder Schimmelhemmungsmittel behandelt werden. Meist wurde hierfür das Mittel Chlorpropham eingesetzt.

Dieses Mittel ist jedoch seit dem 8. Oktober 2020 in der EU verboten. Bereits vor diesem Datum behandelte Kartoffeln dürfen allerdings noch verkauft werden. Im Laufe des Jahres 2021 dürften somit alle derart behandelten Kartoffeln aus dem Handel verschwinden.

Chlorpropham verhindert, dass die Kartoffel auskeimt. Diese gesundheitsschädliche Substanz wird im Laufe der Lagerzeit abgebaut. Aus diesem Grund müssen die Erzeuger einige Wochen warten, bis sie ihre Ernte in den Handel bringen. Ein entsprechender Hinweis muss entweder auf einem Schild oder auf der Verpackung angebracht sein.

Es gibt ein paar Alternativen zur Keimhemmung, wie Ethylen oder Grüne-Minze-Öl. Diese Mittel müssen nicht gekennzeichnet werden und können auch bei Bio-Ware verwendet werden.

Wenn Sie also nur unbehandelte Kartoffeln verarbeiten und verzehren möchten, sollten Sie zu regionalen Biokartoffeln greifen, denn chemische Keimhemmer sind im Bioanbau verboten.

Quelle  VZ-NRW

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Bildquellen:

  • Kartoffeln nach der Ernte in Südtirol: Adobe Stock