Januar 12 2022
Tourist mit Maske und Gutschein

Probleme mit Corona-Gutscheinen einer Reiseagentur

Wegen der Liquidation einer Reiseagentur im Norden der DG wenden sich in letzter Zeit viele Kunden an die Verbraucherschutzzentrale. Um ein bisschen Klarheit in diese Situation zu bekommen, erklärt die VSZ den Sachverhalt.

Am Anfang der Corona-Krise standen viele Menschen vor einem Problem: Ihre gebuchten Reisen wurden vom Veranstalter storniert. Die belgische Wirtschaftsministerin änderte daraufhin für einen kurzen Zeitraum die Vorschriften zur Rückerstattung stornierter Pauschalreisen. Vom 20. März bis zum 19. Juni 2020 konnten belgische Reiseveranstalter (nicht Reiseagenturen) ihren betroffenen Kunden einen Gutschein ausstellen, den sogenannten Corona-Gutschein.

Dieser durfte vom Kunden nicht abgelehnt werden. Eine direkte Rückerstattung des Reisepreises konnte man zu diesem Zeitraum auch nicht verlangen. Die Gutscheine sollten die Reiseveranstalter in der Krise vor einer Zahlungsunfähigkeit bewahren.

 

Bei deutschen Reiseveranstaltern gilt anderes Recht

In Ostbelgien ist es aber auch üblich, dass die Kunden über eine belgische Agentur bei einem deutschen Reiseveranstalter buchen. Die Reiseagenturen dienen somit als Vermittler zwischen Kunden und Anbieter. Aber im Gegensatz zu Belgien gab es in Deutschland während des besagten Zeitraumes keine Regelung für eine Rückerstattung durch Gutscheine. Dies geschah erst später und auch nur auf freiwilliger Basis.

Eine Reiseagentur im Norden der DG händigte ihren Kunden als Gegenleistung zu den stornierten Reisen ebenfalls Corona-Gutscheine aus. Und hier liegt das Problem: Eine Agentur ist kein Reiseveranstalter. Die von der Reiseagentur ausgestellten Gutscheine für Reisen deutscher Veranstalter sind somit gesetzlich nicht bindend!

 

Was können Betroffene nun tun?

Im Frühjahr 2021 kam es leider auch noch zur Liquidation der Agentur. Der verantwortliche Liquidator der Reiseagentur schrieb alle Kunden an und fragte, ob es noch offene Angelegenheiten gäbe, die zu regeln seien. Durch diese Anfrage wendeten sich einige Kunden an die Verbraucherschutzzentrale, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen.

Alle Betroffenen können sich gerne weiterhin an die Verbraucherschutzzentrale wenden. Wir klären Sie gerne über alle Punkte auf und versuchen Ihnen bestmöglich weiterzuhelfen.

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Bildquellen:

  • Reise-Gutschein: Adobe Stock