Oktober 05 2022
Heizung Sparschwein

Spartipps rund ums Heizen

Auch wenn die Heizung nur fünf bis sechs Monate im Jahr läuft, verbraucht sie im Durchschnitt 65 bis 70 % der gesamten Energie in einer Wohnung. Wie man zusätzlich noch sparen könnte, ohne frieren zu müssen, erklären die VSZ und die Energieberatungsstelle Ostbelgien in diesem Artikel.

Die Wartung des Heizkessels ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sie vermindert auch das Risiko, im Winter plötzlich ohne Heizung da zu stehen, wenn diese den Geist aufgibt. Darüber hinaus kann die regelmäßige Wartung den Verbrauch um bis zu 5 Prozent senken.

 

Jedes Grad weniger spart Geld

Eine Absenkung der Raumtemperatur um 1°C senkt die Heizkosten um rund 6 %. Konkret bedeutet das: Senkt man die Raumtemperatur von 24°C auf 20°C, spart man zwischen 20 und 25 % der Heizkosten!

Man sollte Wohnräume nicht überheizen. Nachts und tagsüber, wenn niemand zu Hause ist, kann die Temperatur etwas abgesenkt werden. Die Raumthermostate beim Verlassen eines Hauses herunterdrehen, somit wird auch der Heizkessel runtergefahren!

Jeder Raum kann anders geheizt werden. Die Küche benötigt nur 18-19°C, da dort Herd und Kühlschrank auch Wärme abgeben. Für einen erholsamen Schlaf benötigt man im Schlafzimmer nur 17°C und im Bad kann es ein bisschen wärmer sein, dort sind 22°C recht passend. Ein Standardwert für ein angenehmes Wohnklima wäre ungefähr 20°C. Die Temperatur sollte im Winter nie unter 16°C fallen, auch nicht in unbenutzten Räumen, um Schimmelbildung vorzubeugen.

Das Thermostatventil richtig verstehen

Das Thermostat muss nicht immer voll aufgedreht werden. Im Grunde ist es egal, ob der Heizkörper auf 3 oder auf 5 steht, der Raum wird immer gleich schnell aufgeheizt. Die Zahlen auf dem Thermostat zeigen nur die Höchsttemperatur an. Wenn diese erreicht ist, dann hält das Thermostat auch die Wärmezufuhr an.

Die Bedeutung der Zahlen auf dem Thermostatventil

* = 6°C (Die Rohre frieren so nicht zu)
☾ = 14°C (Nachtabsenkung)
☼ = 20°C (die ideale Raumtemperatur, Stufe 3)

Jeder Strich zwischen den Zahlen
= ein weiteres Grad.

Stufe 1: 12°C
Stufe 2: 16°C
Stufe 3: 20°C
Stufe 4: 24°C
Stufe 5: 28°C

Anstelle von „Fenster auf Kipp“, lieber Stoßlüften

Ein oft weit verbreiteter Irrtum: Viele Menschen meinen, dass bei einem gekippten Fenster weniger Wärme entweicht. Beim Dauerkippen kühlt aber das Fenster und das umliegende Mauerwerk ab. So können sich Feuchtigkeit und Schimmel bilden. Darum ist Stoßlüften besser. Lieber mehrmals am Tag für 5 Minuten das Fenster komplett öffnen, um frische Luft hereinzulassen.

 

Heizkörper pflegen und entlüften

Im Sommer sind die meisten Heizkörper abgeschaltet. Deshalb sollten Sie vor der Wiederinbetriebnahme gesäubert werden, damit sie optimal heizen können. Auch kann sich während des Sommers Luft in den Körpern ansammeln. Dadurch erhitzt sich der Körper nicht vollständig und es wird nicht richtig warm. Deshalb sollten sie am besten noch vor dem Kälteeinbruch entlüftet werden. Hierzu zunächst das Thermostatventil auf die höchste Stufe stellen. Danach die Heizungsanlage ausstellen und eine gute halbe Stunde warten. Anschließend kann man die Körper am Entlüftungsventil entlüften. (Achtung vor Spritzern!)

Wenn man dies gemacht hat, muss noch der Druck des Heizkessels überprüft werden. Denn durch die Entlüftung kann der Druck sinken. Der sollte zwischen 1,5 und 2,5 bar liegen. Wenn der Druck nicht ausreicht, füllt man den Kreislauf mit Wasser nach.

 

Rollläden runter bei Nacht

Vor allem im Winter muss man darauf achten, so wenig wie möglich Hitze entweichen zu lassen. Die meiste Wärme geht über die Fenster verloren. Deswegen sollte man bei Einbruch der Nacht die Rollläden runterlassen und die Vorhänge zuziehen. Wichtig ist aber, dass Vorhänge und Möbel nicht die Heizkörper verdecken, damit die Leistung des Heizkörpers voll genutzt werden kann. Außerdem kann nur so die korrekte Funktion des Thermostatventils gewährleistet werden. 

 

Richtig dämmen

Eine Heizung verliert Wärme über die Außenwand und mit einer korrekten Dämmung kann dieser Verlust reduziert werden. Kleine Dämmungsmatten gibt es schon für ein paar Euro im Baumarkt.

Auch über poröse Dichtungen an Türen und Fenster entweicht Wärme. Hier hilft ebenfalls ein einfaches Mittel aus dem Baumarkt: neues Gummidichtungsband. Natürlich geht nichts über eine gute Gebäudedämmung. Denn diese größere Anschaffung sorgt für ein maximales Einsparen der Heizenergie.

 

Große Investition = größere Gewinne

Unter größeren Investitionen zählt neben einer guten Dämmung auch die Heizanlage. Heizungsrohre, die im Keller noch nicht gedämmt sind, sollten gedämmt werden. Heizkessel, die älter sind als 20 Jahre, sollten durch neue energiesparende Brennwertkessel ausgetauscht werden. Dann wäre aber auch zu beachten, dass die Größe des neuen Heizkessels neu berechnet werden müsste, da die alten Kessel immer überdimensioniert waren.

Eine Solaranlage auf dem Dach zur Warmwasserbereitung kann helfen, den Heizverbrauch zu reduzieren. Nicht vergessen: Einmal Duschen verbraucht nur 30 bis 40 Liter Wasser, ein Bad dagegen 100 bis 130 Liter. Und selbst dann kann durch die Nutzung eines Eco-Duschkopfes zusätzlich Wasser gespart werden.

Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht ca. 2500 Liter Heizöl oder 2500 m³ Erdgas. Bei den heutigen Preisen kann mit diesen einfachen Tipps viel Geld eingespart werden.

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Bildquellen:

  • Heizen-2021: Adobe Stock