Oktober 24 2017

Wie der Goldpreis den Urwald zerstören kann

Gold wird oft als sichere Geldanlage empfohlen. Die Feinunze kostet derzeit 1.278 US-Dollar. Doch Gold ist noch etwas anderes als ein wertvolles Edelmetall, denn jedes Gramm Gold kostet zentnerweise Natur und es schadet dem Regenwald – vor allem in Peru.

 

Für viele gehört es zur Hochzeit einfach dazu, oder unterm Weihnachtsbaum. Doch vor allem sind es Finanzberater, die Gold derzeit als glänzende Geldanlage empfehlen. Die derzeitigen Ängste an den weltweiten Aktienmärkten spiegeln sich sprichwörtlich im Edelmetall wider. Am Montagvormittag des 5. Septembers 2011 zeigte sich der Goldpreis mit anziehenden Notierungen. Bis gegen 7.55 Uhr (MESZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 4,80 auf 1.881,70 Dollar pro Feinunze.

3 Gramm Gold > 1 Tonne Erde

Doch Gold ist auch noch etwas anderes. Die steigende Nachfrage des Edelmetalls hat unter anderem die Zerstörung von Regenwald zur Folge. Um es mal plastisch auszudrücken: Wenn man nur 3 Gramm Gold gewinnen möchte, muss 1 Tonne Erdreich umgewühlt werden. Das aber ist erst der Anfang. Um das edle Metall zu extrahieren, also aus den Erdklumpen heraus zu lösen, wird vor allem mit der harten Chemiekeule gearbeitet.

Einzelkämpfer, die auch zu zehntausenden auftreten, benutzen Quecksilber, um das Gold zu amalgamieren. Wird das Amalgam verbrannt, bleibt Reingold zurück, während sich die Quecksilberdämpfe in der Umgebung niederschlagen.

Regenwald in Peru

Kein Stopp für Regenwaldzerstörung
In der Region Madre de Dios im Südosten Perus, wird Gold gewonnen. Das Gebiet umfasst 85.000 Hektar und ist genauso groß wie die Deutschsprachige Gemeinschaft. Fast die gesamte Fläche der Region Madre de Dios ist von tropischem Regenwald bedeckt. Durch die steigende Nachfrage nach Gold dringen meist illegale Goldschürfer immer tiefer in den Regenwald ein und fällen Bäume.

Nach Angaben des peruanischen Umweltministeriums sind inzwischen 32.000 Hektar Regenwald nur durch Goldsucher zerstört worden. Das ist fast die Hälfte des gesamten Regenwaldes in der Region Madre de Dios.

Ein weiteres Problem sind die gestiegenen Quecksilberimporte nach Peru, die sich Ende 2011 auf rund 500 Tonnen belaufen werden. 2009 waren es nur 175 Tonnen und damals schon ein Rekordwert. In freier Natur wird das Reingold durch das Extrahieren mit Quecksilber gewonnen. Naturschützer zählen diese Methode in einem Negativ-Ranking zu den zehn schlimmsten Umweltproblemen überhaupt. Nach Angaben der UNO gelangen durch den nicht-industriellen Goldabbau weltweit rund 1.000 Tonnen Quecksilber pro Jahr in die Umwelt. Weil die Schürfer die Dämpfe des giftigen Metalls einatmen, schaden sie direkt ihrer Gesundheit. Zudem verseucht Quecksilber die Flüsse und die Luft in der Region. Da es sich in der Nahrungskette anreichert, schädigt es auch weiter entfernt lebende Menschen.

Hartes Los für Goldschürfer

Leider haben viele Goldschürfer keine andere Wahl. Nach Angaben der amerikanischen Duke-Universität in Durham zählen diese Menschen zu den ärmsten in der Region überhaupt und erhalten für ihre Funde von lokalen Goldhändlern nur einen Bruchteil des aktuellen Weltmarktpreises. Zudem vermutet das peruanische Umweltministerium, dass die einfachen Arbeiter nur als Kanonenfutter mißbraucht werden. Gold lockt Menschen in den Urwald mit verheerenden Konsequenzen.

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